Die Zahlen für 2010 machen unter anderem deutlich, "dass Hamburg besonders stark vom Aufschwung profitiert", sagte Kille bei der Präsentation der Auswertung anlässlich der mariLog – Internationale Konferenz für maritime Logistik in München.
Der Import-Seismograph quantifiziert die Importmengen nach mehr als 100 Branchen, Ursprungsländern und -regionen sowie nach den Eingangshäfen. Die Daten werden monatlich aktuell aufbereitet.
Aktuelle Analyse
Das stark differenzierte und monatsgenaue Abbild erlaube in Verbindung mit der Analyse auffälliger Entwicklungen "zielgerichtete Reaktionen auf Marktveränderungen", erläutert Kille den Nutzen. "Daraus ergeben sich vielfältige Anknüpfungspunkte für Martkforschung und Wettbewerbsanalysen." Zudem sei es möglich, "zielgerichtet Handlungsempfehlungen für die Infrastrukturpolitik abzuleiten".
Den größten Anteil an den Importen (51 Prozent) haben – bezogen auf die Menge – immer noch die europäischen Nachbarn. Über die trockene Grenze wurden 2010 nach den IAL-Daten 335 Mio. t Güter nach Deutschland importiert, über die Häfen 260 Mio. t, per Luftfracht 1,7 Mio. t. Gegenüber 2009 wuchs die Menge um 10 Prozent.
Bei den Importen hochwertiger Waren über die See (29 Mio. t) hält China inzwischen die Spitzenposition mit einem Anteil von 43 Prozent. Mit weitem Abstand folgen die USA und Brasilien mit jeweils 14 Prozent.
Davon profitiert Hamburg. Der Hafen der Hansestadt war 2010 mit einem Aufkommen von 3,9 Mio. t das wichtigste Importtor für chinesische Importgüter vor Bremen/Bremerhaven mit 1,4 Mio. t. Die Häfen in den Niederlanden und Belgien kommen zusammen nur auf 0,7 Mio. t.
Tigerstaaten legen stark zu
Schließlich wird deutlich, dass vor allem Vietnam als Exportland von Elektronikprodukten rasant an Gewicht zulegt. Der "Import-Seismopgraph" weist eine Steigerungsrate von 57 Prozent aus. "Die Tigerstaaten werden zu immer bedeutenderen Handelspartnern", folgert Kille. DVZ 17.5.2011